Call for Authors bis 15.06.26: Lehrbuch Sexualstrafrecht

Die Initiative für offene Rechtswissenschaft sucht Rechtswissenschaftler*innen, die an einem neuen Lehrbuchprojekt zum Sexualstrafrecht mitarbeiten wollen. Die Ausschreibung läuft bis zum 15.06.2025.

Worum geht es?

Das Sexualstrafrecht ist ein zentraler, gesellschaftlich hochrelevanter (weil viel medial diskutierter) Teil des Strafrechts. Gleichwohl ist es in den meisten Bundesländern bislang kein Pflichtfachstoff in der juristischen Ausbildung. Diese strukturelle Randstellung spiegelt sich auch in der Lehrbuchlandschaft wider: Derzeit existieren wenige deutschsprachige Lehrbücher zum Sexualstrafrecht, von denen einige bereits deutlich veraltet sind. Die Werke sind zudem nicht open access verfügbar und damit für viele Studierende nur eingeschränkt zugänglich.

Vor diesem Hintergrund soll ein neues Lehrbuch zum Sexualstrafrecht entstehen, das den Stoff umfassend, aktuell und didaktisch aufbereitet darstellt. Ziel ist es, eine systematische und zugleich verständliche Einführung in das Sexualstrafrecht zu bieten, die sowohl die dogmatischen Grundlagen als auch (interdisziplinär) aktuelle rechtspolitische, gesellschaftliche und feministische Perspektiven berücksichtigt. Das Lehrbuch soll in seiner Gestaltung aktuelle Erkenntnisse aus der didaktischen Forschung berücksichtigen und möchte daher einen besonderen Fokus auf das Systemverständnis und den Telos einzelner Normen des Sexualstrafrechts und die anwendungsbezogene Prüfung von modernen und diskriminierungssensiblen Fallbeispielen legen. Von der in der bestehenden Studienliteratur verbreitete Art, Rechtsfolgen und prozessuale Einbettungen auszublenden, soll immer dort abgewichen werden, wo beides für das (auch praktische) Verständnis der Norm oder der Diskussion um die Norm notwendig ist.

Wen suchen wir?

Angesprochen sind Jurist*innen (und für die interdisziplinären Kapitel auch Wissenschaftler*innen der angesprochenen Disziplinen), die sich wissenschaftlich (oder praktisch) mit dem Sexualstrafrecht befassen und das Projekt mit fachlicher Kompetenz, Engagement und neuen Perspektiven mitgestalten möchten. Wissenschaftler*innen in der frühen Phase sind explizit aufgefordert, sich zu beteiligen. 

Unser Anspruch ist es, im Sinne des OpenRewi Diversity Statements vielfältige Stimmen im Projekt sichtbar zu machen. Wir möchten gezielt Personen zur Mitarbeit ermutigen, die im akademischen Kontext strukturell benachteiligt oder bislang unterrepräsentiert sind, darunter unter anderem BIPoC, Menschen mit Behinderungen, Erstakademiker*innen, queere Personen, Menschen aus dem globalen Süden sowie weitere marginalisierte Gruppen. Für die Zusammensetzung der Autor*innen- und Herausgeber*innenteams gilt eine FLINTA-Mindestquote von 50 %; darüber hinaus verfolgen wir das Ziel, Diversität in all ihren Dimensionen bestmöglich abzubilden.

Was erwartet dich?

Das Buch wird in verschiedene Kapitel aufgeteilt, die wiederum an verschiedene Autor*innen vergeben werden. Dabei ist sowohl Allein- als auch Co-Autor*innenschaft möglich. Wir werden von Anfang an Möglichkeiten zum Austausch (Vorstellung des Gesamtkonzepts, Fragerunden etc.) schaffen und bei der Aufteilung der Kapitel die Präfenzen der Autor*innen berücksichtigen. Einer Schreibphase schließt sich eine Peer-Review Phase und eine Überarbeitung an; ggf. besteht dann auch die zusätzliche Möglichkeit einer externen Review nach Bedarf. Auch für Personen mit beschränkten zeitlichen Ressourcen (Care-Arbeit etc.) und sonstigen Barrieren wollen wir Möglichkeiten zur Beteiligung schaffen – kontaktiere uns gern für individuelle Lösungen!

Alle Infos hier und die Möglichkeit zur Bewerbung bis 15.06.2026 hier:

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