Was anders ist
Zotero ist eingerichtet und ihr habt einen Überblick, jetzt geht es los. Sobald eine brauchbare Quelle gefunden wurde, könnt ihr sie auf verschiedenen Wegen importieren. Nach dem Import müssen die Daten bereinigt und die Quelle in eure bestehende Struktur einsortiert werden. Wenn ihr dann Texte schreibt, könnt ihr die Quelle z.B. im Office-Dokument zitieren und müsst euch keine Sorgen über Formatierungen machen.
Normalerweise werden Quellen in Textverarbeitungsprogrammen als einfache Fußnote eingefügt und dann „manuell“ eingegeben. Zotero funktioniert grundlegend anders, deshalb ein wichtiger Hinweis vorweg: Ihr dürft Quellen nicht manuell ändern (auf die Fußnote klicken und z.B. einen kleinen Tippfehler ergänzen). Stattdessen müsst ihr in den nachfolgenden Schritten vorgehen.
Importieren
Anstatt die Daten einer Quelle mühsam in irgendwelche Excel-Tabellen zu tippen, gibt es verschiedene Möglichkeiten des bequemen automatischen Imports.
Praktisch ist das Zotero-Plugin für euren Browser. Sobald ihr, z.B. bei Juris eine Quelle aufruft, könnt ihr auf das kleine Plug-in-Symbol klicken und die Quelle wird in Zotero importiert. Sie kommt in die Sammlung (dazu sogleich), die ihr gerade parallel bei Zotero im Hintergrund angewählt habt. Dieser Import funktioniert bei einigen Webseiten besser (Juris) und bei einigen schlechter (Beck-Online). Wenn ihr den Bibliothekskatalog eurer Universität benutzt, wird häufig auch gleich die Signatur zum praktischen Auffinden importiert.
Gut strukturierte Daten könnt ihr ebenfalls mit der Option „Eintrag über Identifier hinzufügen“ importieren. Dafür braucht ihr z.B. die ISBN oder DOI (auch bei Aufsätzen, Buchkapiteln) und müsst sie nur in das entsprechende Feld eingeben.
Wenn es gar nicht anders geht, können Quellen auch manuell eingefügt werden. Dafür klickt ihr auf das grüne Plus-Symbol wählt die richtige Quellenart aus (dazu sogleich) und füllt die Felder.
Kontrollieren
Der automatische Import ist so angenehm. Bitte seid dennoch wachsam. Häufig kommen Daten nicht so an, wie ihr es wollt. Das kann an dem Import-Tool der jeweiligen Website liegen oder an falsch hinterlegten Daten bei Juris/Beck. Wenn die Daten auch bei Zotero falsch abgespeichert werden, funktioniert euer Zitierstil ggf. nicht mehr. Das gilt erst recht für kooperative OpenRewi-Projekte, bei denen sich alle auf gut abgespeicherte Daten verlassen. Welche Daten, wo stehen sollen, ist für den OpenRewi-Zitierstil in dieser Anleitung beschrieben.
Kontrolliert eure Daten gleich, nicht morgen, nicht in den letzten Tagen vor Abgabe eures Beitrages! <3
Sortieren
Jetzt beginnt die eigentliche Auseinandersetzung mit der Quelle. Indem ihr sie an den richtigen Orten auf die richtige Weise einsortiert, müsst ihr euch mit ihren Inhalten auseinandersetzen. Natürlich findet ihr die Quelle dadurch ebenfalls leichter wieder, auch wenn ihr sie gar nicht mehr auf dem Radar habt und eigentlich etwas anderes sucht. Für das Einsortieren gibt es bei Zotero zwei wesentliche Werkzeuge.
Sammlungen sind hierarchische Kategorien, mit denen ihr Quellen verknüpfen könnt. Die grafische Darstellung von Zotero erinnert an ein Ordnersystem auf eurem Computer, allerdings können Quellen in mehreren Sammlungen gleichzeitig liegen. Für jede Sammlung lassen sich Untersammlungen erstellen. Wenn ihr auf „Ansicht“ klickt, habt ihr dort die Möglichkeit, euch in den übergeordneten Sammlungen auch gleichzeitig die Quellen aus den Untersammlungen anzeigen zu lassen. Sammlungen bieten sich in folgenden Situationen an (nur Vorschläge!):
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grobe Oberkategorien zu einem Thema
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Spiegelung der Gliederung eures Beitrages. Die Sammlungen werden automatisch alphabetisch/numerisch sortiert. Wenn ihr eine Reihenfolge wollt, müsst ihr die Namen der Sammlung mit „A/B/C“ oder „1./2./3.“ beginnen lassen.
Tipp: Ihr könnt Quellen oder Notizen/PDFs/etc. einer Quelle entweder endgültig löschen mit „in den Papierkorb verschieben“ oder sie nur aus der jeweiligen Sammlung entfernen „Eintrag aus Sammlung entfernen“.
Tags (Schlagwörter) helfen dabei, auf einen Blick zu sehen, was der Beitrag an detaillierten Themen enthält. Das ist besonders hilfreich, wenn ihr (oder eure Kolleg:innen im Team) bei der Recherche eine spezielle Quelle braucht. Häufig verwendete Tags (z.B. zur Organisation siehe unten) können farblich gekennzeichnet werden (Rechtsklick+”Farbe zuweisen“). Tags können in folgenden Szenarien sinnvoll sein:
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die Themen und Unterthemen einer Quelle werden aufgelistet (gerade hilfreich, wenn sie sich nicht schon aus Titel/Untertitel ergeben)
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Tags können ebenfalls zur Organisation verwendet werden. Dann bietet es sich an, sie mit einem „_“ beginnen zu lassen, weil sie dann automatisch am Beginn der Schlagwortübersicht auftauchen. Tags zur Organisation können etwa sein „_lesen“, „_sichten“, „_besorgen“ oder eine Einordnung der Qualität/Wichtigkeit der Quellen von „_1“ bis „_5“.
Analysieren
Zu jeder Quelle lässt sich ein PDF hinzufügen, das in einem integrierten Editor mit Anmerkungen gefüllt werden kann.
Ihr könnt für jede Quelle eine eigene Notiz anlegen. Bei Bedarf könnt ihr den Text dieser Notiz auch direkt in Office-Dokumente übernehmen. In Gruppenbibliotheken können Notizen natürlich auch gemeinsam bearbeitet werden. In diesem Fall ist es sinnvoll in der Notiz euren Namen zu hinterlegen, wenn ihr etwas ergänzt.
Nachdem ein Beitrag gelesen wurde, ist es sehr hilfreich, die Erfahrung in Tags umzuwandeln.
Zitieren
Sobald ihr das Plug-in für euer Office-Programm installiert habt, könnt ihr die in die Datenbank eingefügten Quellen sehr bequem zitieren. Dafür klickt ihr in der Zotero-Menüleiste auf neue Zitation einfügen und es sollte folgender Dialog auftauchen:

Um eine Quelle aufzurufen, gebt ihr hier die Autor:in oder einen Titel ein und wählt die Quelle aus dem Drop-down-Menü. Dann könnt ihr entweder direkt danach eine Zahl eingeben und wieder Enter drücken (um eine Seite zu ergänzen) oder ihr drückt auf die Quelle, um den oben abgebildeten Dialog abzurufen. Dort könnt ihr die Seite (oder OPUS für Randnummern), sowie einen Präfix (taucht vor der Fußnote auf) wie einen Suffix (taucht hinter der Fußnote auf) eingeben.
Weitere Quellen in derselben Fußnote können einfach hintereinander eingefügt werden. Ein Semikolon oder Punkt im Suffix muss nicht eingefügt werden.
Nachdem ihr mit der Auswahl und allen Zusätzen zufrieden seid, müsst ihr Enter drücken und mit einem erneuten Drücken von Enter wird die Zitation eingefügt.
Für das Einfügen von Zotero-Zitationen könnt ihr auch Shortcuts definieren. Dies funktioniert bei Word etwa über Extras/Tastatur anpassen und dort findet ihr unter „Kategorien“ bei „Makros“ die entsprechenden Zotero-Befehle. In der Zeile „Neue Tastenkombination drücken“ fügt ihr den Shortcut ein.
Falls ihr automatische Aktualisierungen deaktiviert habt, müsst ihr regelmäßig auf „Refresh“ (Aktualisieren) klicken, damit alle Fußnoten des Zitierstils angepasst werden.
Natürlich könnt ihr dennoch in eurem Text Fußnoten einfügen, die keine Quellen enthalten. Zum Beispiel, wenn ihr einen weiterführenden Kommentar einfügen möchtet.
Literaturverzeichnis einfügen
Fast identisch könnt ihr ein fertig formatiertes Literaturverzeichnis einfügen. Dazu klickt ihr einfach auf „Add/Edit Bibliography“ an der gewünschten Stelle.
Fehler korrigieren
Warnung: Auf keinen Fall solltet ihr Fußnoten manuell verändern. Das unterbricht die Verbindung zur Zotero-Datenbank
Wenn euch in der Fußnote oder im Literaturverzeichnis ein Fehler auffällt (z.B. ein falsch geschriebener Autor:innen-Name) müsst ihr nur in der Zotero-Bibliothek den entsprechenden Eintrag korrigieren, auf aktualisieren klicken und schon werden alle Fußnoten automatisch korrigiert. Auch der Zitierstil kann verändert oder ein anderer Zitierstil ausgewählt werden, ohne dass jede einzelne Fußnote angepasst werden muss