Zotero

“Wo hatte ich das gelesen?”

Die deutsche Rechtswissenschaft hat einen Fußnoten-Fetisch. Dichte Zitierkartelle bilden sich zwischen Kommentaren, die aufeinander verweisen. Die Staatsrechtslehrer-Tagung erlässt Vorgaben für den Mindestumfang des Fußnotenapparates. Um sich nicht im Quellenchaos zu verlieren, bietet sich ein Literaturverwaltungsprogramm wie Zotero an. Es sorgt dafür, dass Nachweise nicht verloren gehen, Belege automatisch eingefügt und Literaturverzeichnisse mit einem Klick erstellt werden.

Quellen können aus juristischen Datenbanken wie Juris, Bibliothekskatalogen oder per ISBN/DOI automatisch in die Datenbank importiert werden. Sobald die Quelle in der Datenbank abgelegt ist, kann sie in hierarchischen Ordnern (“Sammlungen”) abgelegt und mit Schlagwörtern (“Tags”) versehen werden. Sammlungen können etwa genutzt werden, um die Gliederung eines Aufsatzes oder einer Seminararbeit zu spiegeln. Tags eignen sich, um die Suche innerhalb einer Sammlung weiter einzuschränken oder mit einem Klick alle jemals importierten Quellen zu einem Thema abzurufen. Zu jedem Eintrag könnt ihr außerdem eine Notiz hinzufügen. Auf diese Weise lassen sich direkt in Zotero Exzerpte, Direktzitate und kritische Gedanken zu einer Quelle anlegen. Angezeigte Einträge lassen sich ebenfalls nach beliebigen Kriterien (Autor:in, Veröffentlichungsdatum, Literaturart, etc.) chronologisch sortieren.

Automatisches Zitieren

Zotero hilft dabei, Nachweise automatisch zu zitieren. Das mühsame Abtippen und anpassen aller Quellen “per Hand” entfällt. Dass die Daten aus der Datenbank an die richtige Stelle in der Fußnote und im Literaturverzeichnis kommen, wird durch sogenannte “Zitierstile” garantiert. Davon gibt es tausende, für die deutsche Rechtswissenschaft einige. Auch OpenRewi hat einen Zitierstil, der den OpenRewi Zitierguide umsetzt. Wie dieser in der Praxis aussieht, ist hier zu sehen. Damit werden nicht nur Tippfehler vermieden, auch immer wiederkehrende Fehler können durch Änderung der Quellendaten oder des Zitierstils korrigiert werden. Dann reicht ein Klick auf den Aktualisieren-Button im Office-Dokument und alle Fußnoten sowie das Literaturverzeichnis sind wieder aktuell.

Kostenlos

Zotero ist ein Underdog. In den gängigen Kursangeboten der Bibliotheken finden sich häufig nur Einführungen in Citavi/Endnote/Pubmed. Das liegt nicht daran, dass Zotero weniger geeignet für das wissenschaftliche Arbeiten ist. Stattdessen ist Zotero ein gemeinnütziges Projekt, das keine großen Marketingkampagnen starten kann. Der ganze Code steht unter einer Open-Source-Lizenz, ist also transparent und frei nutzbar. Dadurch ist das Programm selbst kostenlos. Nur wenn ihr bei Zotero mehr als 2 GB PDFs speichern wollt, kostet es einen kleinen Betrag (allerdings können die PDFs auch problemlos in eurer Cloud gespeichert und mit Zotero – dem Add-on Zotfile – verknüpft werden). Ein weiterer Vorteil sind die vielen zahlreichen Erweiterungen/Plugins von Zotero, die Freiwillige aus der ganzen Welt gebaut haben. Eine umfassende Liste findet sich hier.

Kooperation

Eine besondere Stärke von Zotero ist die Möglichkeit der Zusammenarbeit. Ihr könnt Gruppen gründen und andere Mitglieder einladen (oder die Gruppe öffentlich machen und den automatischen Beitritt von anderen erlauben). Jede Gruppe hat eine eigene Bibliothek, die in eurem Zotero-Programm auftaucht. In dieser könnt ihr gemeinsam Quellen, Notizen und PDFs sammeln. Bei OpenRewi nutzen wir Zoterogruppen gezielt, um Literaturverzeichnisse für unsere Publikationen aufzubauen.