Modul 3: Hilfsmittel für die Erstellung von OER
Lernziele
- Die Lernenden können Anforderungen an Werkzeuge für rechtswissenschaftliche OER-Projekte formulieren.
- Die Lernenden können Softwarewerkzeuge anhand definierter Kriterien vergleichen.
- Die Lernenden können die Rolle von Literaturverwaltungs- und Zitierwerkzeugen im OER-Erstellungsprozess erläutern.
- Die Lernenden können den Zitierguide für juristisches Arbeiten von OpenRewi erläutern.
- Die Lernenden können Unterstützungsangebote von OpenRewi den jeweiligen Arbeitsschritten eines OER-Projekts zuordnen.
- Die Lernenden können typische Herausforderungen beim Einsatz digitaler Publikationswerkzeuge erkennen.
Schwerpunkte
- Digitale Werkzeuge für die Erstellung von OER
- Entscheidungskriterien für Toolauswahl
- Schreiben und Kollaboration
- Literaturverwaltung mit Zotero
- Zitieren und Stilfragen bei OpenRewi
- Publikationsunterstützung durch OpenRewi
- Grenzen und typische Herausforderungen kollaborativer OER-Projekte bei OpenRewi
- Checkliste: Welches Tool für welchen Arbeitsschritt?
Material / Links
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Publikationstools-Tabelle: https://github.com/VuK-OA-BB/KidRewi_Publikationstools * Zotero: Zitierstil anpassen: https://maximilianpetras.de/2020/10/13/zotero-zitierstil-fuer-jura-anpassen/
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Zitierguide OpenRewi: /anleitungen/zitierguide/
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Zotero-Recherche OpenRewi: https://nextcloud.openrewi.org/index.php/apps/collectives/Verein-Association-6/Zotero-Recherche-724787
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Copim Experimental Publishing Compendium: https://compendium.copim.pub/
1. Digitale Werkzeuge für die Erstellung von OER
Die Erstellung und Veröffentlichung von OER kann durch eine Vielzahl digitaler Werkzeuge unterstützt. Sie können die Zusammenarbeit erleichtern, Arbeitsabläufe strukturieren und dazu beitragen, Materialien effizient zu erstellen. Gleichzeitig stehen Lehrende häufig vor der Herausforderung, die passende Lösung zu finden. Dabei sollte die Wahl eines Werkzeugs nie Selbstzweck sein. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die Anforderungen des jeweiligen Projekts sowie die Ziele von Offenheit, Nachnutzbarkeit und Nachhaltigkeit.
Aus der Perspektive von Open Science spielen dabei nicht nur Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit eine Rolle. Von besonderer Bedeutung sind auch offene Software, offene Standards und offene Dateiformate. Sie fördern Transparenz, Interoperabilität und digitale Souveränität und tragen dazu bei, dass Materialien langfristig unabhängig von einzelnen Anbietern nutzbar bleiben. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass sich der Anspruch an Offenheit nicht immer vollständig mit den Anforderungen des Arbeitsalltags deckt. In manchen Projekten können etablierte proprietäre Werkzeuge aufgrund ihrer Verbreitung, ihres Funktionsumfangs oder ihrer Benutzerfreundlichkeit eine pragmatische Lösung darstellen. Die Wahl geeigneter Werkzeuge erfordert daher häufig eine Abwägung zwischen den Idealen offener Wissenschaft und den praktischen Anforderungen eines Publikationsprojekts.
Darüber hinaus sollte die Barrierefreiheit bei der Auswahl digitaler Werkzeuge berücksichtigt werden. Dies betrifft einerseits die Kompatibilität mit Assistenztechnologien wie Screenreadern oder alternativen Eingabegeräten. Andererseits hängt die tatsächliche Nachnutzbarkeit von OER wesentlich davon ab, ob Materialien in verbreiteten und interoperablen Dateiformaten bereitgestellt werden. Inhalte können nur dann von möglichst vielen Menschen genutzt, bearbeitet und weiterentwickelt werden, wenn sie sich mit unterschiedlichen Programmen öffnen und bearbeiten lassen.
Schließlich sollte sich die Wahl der Werkzeuge stets an den technischen Voraussetzungen und Vorkenntnissen der beteiligten Personen orientieren. Auch das leistungsfähigste Werkzeug entfaltet seinen Nutzen nur dann, wenn es von den Projektbeteiligten tatsächlich eingesetzt werden kann. Schulungen, Einarbeitungsphasen und technischer Support können zwar den Einsatz neuer Werkzeuge erleichtern, sind jedoch mit zusätzlichem Zeit- und Ressourcenaufwand verbunden. Eine nachhaltige Werkzeugauswahl berücksichtigt daher sowohl die Anforderungen des Projekts als auch die Bedürfnisse und Kompetenzen der beteiligten Personen.
Im Folgenden stehen daher nicht einzelne Programme im Mittelpunkt, sondern die Funktionen, die Werkzeuge im Publikationsprozess übernehmen können. Betrachtet werden Softwarelösungen und Softwarekomponenten, die einzelne oder mehrere Schritte bei der Erstellung und Veröffentlichung rechtswissenschaftlicher OER unterstützen. Die Einordnung dient als Orientierungshilfe; nicht jedes Projekt benötigt alle Werkzeuge.
Word
Einsatzbereich: Erstellung und Bearbeitung von Textdokumenten
Besonderheiten: WYSIWYG-Editor (What You See Is What You Get) mit umfangreichen Formatierungsoptionen.
Zu beachten: Proprietäre Software von Microsoft.
Website: https://word.cloud.microsoft
Google Docs & Sheets
Einsatzbereich: Kollaborative Bearbeitung von Texten und Tabellen
Besonderheiten: Sehr leistungsfähige Echtzeit-Kollaboration.
Zu beachten: Dienst von Google; Fragen des Datenschutzes und der digitalen Souveränität sollten berücksichtigt werden.
Website: https://docs.google.com
PubPub
Einsatzbereich: Kollaborative Erstellung von Texten und Webseiten
Besonderheiten: Veröffentlichung, Community-Review und Zitationsverwaltung integriert.
Zu beachten: Die Weiterentwicklung der Plattform wurde weitgehend eingestellt.
Website: https://www.pubpub.org/
Zotero
Einsatzbereich: Literaturverwaltung und kollaborative Quellenarbeit
Besonderheiten: Gemeinsame Bibliotheken, Annotationen, Volltexte, integrierte Zitationsstile sowie Anbindung an Word und Google Docs.
Website: https://www.zotero.org/
Nextcloud
Einsatzbereich: Kollaborative Arbeitsumgebung und Dateiverwaltung
Besonderheiten: Erweiterbar um Kalender, Chat, Pads, Umfragen, Passwortmanager und weitere Anwendungen.
Zu beachten: Die Performance kann je nach Infrastruktur geringer ausfallen als bei kommerziellen Cloud-Diensten.
Website: https://nextcloud.com/de/
OpenRewi: https://nextcloud.openrewi.org/
H5P
Einsatzbereich: Erstellung interaktiver Lehr- und Lernelemente
Besonderheiten: Große Auswahl an interaktiven Inhaltstypen wie Quizze, Zeitleisten, Videos oder Drag-and-Drop-Aufgaben.
Website: https://h5p.org/
Elementübersicht: https://ebildungslabor.github.io/H5P/alle.html
Editor: https://einstiegh5p.de/
Desktop-Lösung: Lumi
FidusWriter
Einsatzbereich: Wissenschaftliches Schreiben im Team
Besonderheiten: Kollaboratives Schreiben, Literaturverwaltung und Export in verschiedene Publikationsformate.
Website: https://www.fiduswriter.org/
SciFlow
Einsatzbereich: Erstellung und Veröffentlichung wissenschaftlicher Texte
Besonderheiten: Strukturierte Vorlagen, Kollaboration und Export in verschiedene Ausgabeformate.
Zu beachten: Kommerzielles Angebot.
Website: https://www.sciflow.net
PaperHive
Einsatzbereich: Annotation, Diskussion und Review wissenschaftlicher Texte
Besonderheiten: Gemeinsames Kommentieren und strukturierte Feedbackprozesse.
Website: https://paperhive.org/
Quarto
Einsatzbereich: Erstellung wissenschaftlicher und technischer Publikationen
Besonderheiten: Markdown-basiert, versionierbar und flexibel exportierbar (HTML, PDF, Word, Präsentationen).
Zu beachten: Höhere Einstiegshürde, insbesondere bei Installation und technischem Setup.
Website: https://quarto.org/
LiaScript
Einsatzbereich: Erstellung interaktiver Lernmaterialien auf Basis von Markdown
Besonderheiten: Quizze, Animationen, Einbettungen und weitere interaktive Elemente direkt im Quelltext.
Zu beachten: Setzt die Bereitschaft voraus, mit Markdown zu arbeiten.
Website: https://liascript.github.io/
Etherpad
Einsatzbereich: Einfaches kollaboratives Schreiben
Besonderheiten: Schnell, leichtgewichtig und durch Plugins erweiterbar.
Zu beachten: Eher für einfache Texte als für komplexe Publikationsprojekte geeignet.
Website: https://etherpad.org/
OpenRewi: https://pad.openrewi.org/
GitLab
Einsatzbereich: Versionsverwaltung und kollaborative Entwicklung von Text-, Daten- und Publikationsprojekten
Besonderheiten: Git-Repositorien, Issues, Merge Requests, Versionierung und Automatisierung.
Zu beachten: Höhere Einstiegshürde als klassische Office-Anwendungen.
Website: https://about.gitlab.com/
OpenRewi: https://git.openrewi.org/
Loomio
Einsatzbereich: Diskussionen, Abstimmungen und kollaborative Entscheidungsprozesse
Besonderheiten: Transparente Meinungsbildungs- und Entscheidungsverfahren.
Zu beachten: Ersetzt keine laufende Projektkommunikation und benötigt aktive Moderation.
Website: https://www.loomio.com/
OpenRewi: https://loomio.openrewi.org/
Collabora
Einsatzbereich: Kollaborative Bearbeitung von Texten, Tabellen und Präsentationen
Besonderheiten: Kann in Nextcloud integriert und auf eigener Infrastruktur betrieben werden.
Zu beachten: Performance und Bedienkomfort hängen stark von Hosting und Dokumentgröße ab.
Website: https://www.collaboraoffice.com/
OpenRewi: Integration in die OpenRewi-Nextcloud
2. Entscheidungskriterien für Toolauswahl
Damit OER einfach zugänglich, auffindbar und bearbeitbar sind, sollten sie in offenen, verbreiteten und nicht-propriäteren Dateiformaten bereitgestellt werden.
Vollständig offene Formate
– Text & Dokumente:.txt,.odt,.md,.rtf
– Tabellen & Daten:.csv,.ods,.tsv,.json,.xml
– Bilder & Grafiken:.png,.jpg,.svg,.webp,.tiff
– Audio:.mp3,.ogg,.flac,.wav
– Video:.mp4,.webm,.ogv
– Präsentationen:.odpOffen dokumentierte, aber proprietär geprägte Formate
Gut für Kompatibilität mit verbreiteter Software, aber langfristig weniger nachhaltig als offene Formate:
– Dokumente:.docx
– Tabellen:.xlsx
– Präsentationen:.pptxOER sollten immer in einem vollständig offenen Format bereitgestellt werden, um ihre Nutzbarkeit und Weiterbearbeitung sicherzustellen, auch wenn das gängigste Format eventuell propriäter ist. Das bedeutet, dass unter Umständen die Materialien in mehreren Formaten bereitgestellt werden müssen, um ihre Wiederverwendung in unterschiedlichen Kontexten zu ermöglichen.
Für die Auswahl geeigneter Werkzeuge kann es hilfreich sein, den Publikationsprozess in verschiedene Phasen zu unterteilen. Dazu gehören insbesondere die Erstellung der Inhalte, die redaktionelle Bearbeitung, die Publikation, die Bereitstellung der Materialien sowie deren Verbreitung und Sichtbarmachung. Die nachfolgende Übersicht zeigt typische Arbeitsschritte und geeignete Auswahlkriterien entlang dieses Prozesses für juristische Lehrbücher.
Erstellung
- Soll auf einem oder auf mehreren Dokumenten kollaborativ gearbeitet werden?
- Wie viele Personen sollen zeitgleich an einem Dokument arbeiten können?
- Muss es möglich sein, komplett offline zu arbeiten?
- Welche Vorkenntnisse bringen die Beteiligten mit?
- Wie niedrigschwellig muss der Einstieg sein?
- Wie experimentierfreudig/leidensfähig sind die Personen im Publikationsprojekt?
- Unterstützt das Tool Fußnoten, Randnummern und juristische Zitierweisen ausreichend gut?
- Ist eine Anbindung an Zotero oder andere Literaturverwaltungen möglich?
Können interaktive Elemente, Medien oder H5P-Inhalte bereits bei der Erstellung eingebunden werden
Redaktion
- Können Rollen und Rechte differenziert vergeben werden, z. B. Autor:in, Herausgebende, Reviewer oder Lektor:in?
- Gibt es eine nachvollziehbare Versionierung oder Änderungshistorie?
- Lassen sich Kommentare, Vorschläge und Review-Prozesse gut abbilden?
- Wie gut funktioniert das Tool bei größeren Dokumenten, vielen Beteiligten oder parallelen Bearbeitungsprozessen?
Gibt es Support, Dokumentation oder Erfahrungswissen in der Community?
Publikation
- Welche Exportformate werden benötigt, z. B. DOCX, ODT, Markdown, HTML, PDF oder EPUB?
- Arbeitet das Tool mit offenen Formaten oder entstehen proprietäre Abhängigkeiten?
- Können die Inhalte später in andere Systeme migriert oder weiterverarbeitet werden?
- Wie gut eignet sich das Tool für die spätere Veröffentlichung, nicht nur für die Texterstellung?
Unterstützt das Tool barrierearme oder barrierefreie Publikationen?
Bereitstellung
- Welches Schutzbedürfnis haben die Autor:innen an den in Entstehung befindlichen Texten?
- Ist eine datenschonende Nutzung möglich?
- Muss das Tool auf eigener Infrastruktur betrieben werden können?
- Welche Kosten entstehen für Nutzung, Hosting, Speicherplatz oder Lizenzen?
Ist das Tool langfristig verfügbar, gepflegt und realistisch wartbar?
Verbreitung
- Unterstützt das Tool sichtbare, zitierfähige und nachnutzbare Veröffentlichungen?
- Können Metadaten, Lizenzangaben und Autor:inneninformationen sinnvoll angegeben werden?
- Ermöglicht das Tool eine einfache Weitergabe, Einbettung oder Nachnutzung der Inhalte?
Passt das Tool zum Selbstverständnis eines offenen OER-/Open-Science-Projekts?
Phasenübergreifende Kriterien
- Wie gut passt das Tool zum konkreten Arbeitsprozess des Publikationsprojekts?
- In welchen Formaten werden die Ergebnisse gespeichert?
- Welche Abhängigkeiten entstehen durch die Toolwahl?
- Wie gut lässt sich der gewählte Workflow dokumentieren und an neue Beteiligte vermitteln?
- Ist der Nutzen des Tools größer als der zusätzliche Aufwand, den seine Nutzung erzeugt?
Von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung kommen in OER-Projekten unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz. Ordne die folgenden Werkzeuge der Phase des Publikationsprozesses zu, für die sie hauptsächlich genutzt werden.
3. Schreiben und Kollaboration
Die Erstellung von OER erfolgt häufig in Zusammenarbeit mehrerer Personen. Die Beteiligten bringen unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen in den Entstehungsprozess ein. Geeignete Werkzeuge können diese Zusammenarbeit unterstützen. Welche Softwarelösung sich hierfür am besten eignet, hängt von den Anforderungen des jeweiligen Projekts ab. Während kleinere Teams häufig mit klassischen Office-Anwendungen oder kollaborativen Editoren arbeiten, profitieren größere Projekte oftmals von Werkzeugen, die eine strukturierte Versionsverwaltung, Rollenverteilung und transparente Nachverfolgung von Änderungen ermöglichen.
4. Literaturverwaltung mit Zotero
Die OpenRewi-Community empfiehlt Zotero als zentrales Werkzeug für die Literaturverwaltung und die Erstellung konsistenter Literaturangaben in rechtswissenschaftlichen Publikationsprojekten. (petras_zotero_2022?) Zotero ist eine freie und quelloffene Software, mit der Literaturquellen gesammelt, organisiert und direkt in den Schreibprozess eingebunden werden können. Um die Zusammenarbeit innerhalb von OpenRewi-Projekten zu erleichtern, stellt OpenRewi einen eigenen Zotero-Zitierstil bereit, der auf die Anforderungen rechtswissenschaftlicher Publikationen abgestimmt ist. Dieser ermöglicht die automatisierte Erstellung von Fußnoten und Literaturverzeichnissen im OpenRewi-Stil und trägt so zu einer einheitlichen Zitierpraxis bei.(openrewi_zitierguide_2022?)
Zotero bietet insbesondere für die Rechtswissenschaft erhebliche Vorteile, da wissenschaftliche Arbeiten häufig auf einer großen Anzahl von Quellen und umfangreichen Fußnotenapparaten basieren. Das Literaturverwaltungsprogramm unterstützt Forschende dabei, den Überblick über verwendete Quellen zu behalten und Literatur systematisch zu organisieren. Quellen können direkt aus juristischen Datenbanken, Bibliothekskatalogen oder über Identifikatoren wie ISBN und DOI importiert werden. Innerhalb von Zotero lassen sich diese anschließend in Sammlungen strukturieren, mit Schlagwörtern versehen und durch eigene Notizen ergänzen. Dadurch können nicht nur Literaturbestände aufgebaut, sondern auch Exzerpte, Zitate und eigene Gedanken unmittelbar mit den jeweiligen Quellen verknüpft werden.
4.1 Installation und Überblick
Zotero gibt es für alle gängigen Betriebssysteme (Windows, Mac, Linux). Eine Installationsanleitung befindet sich hier. Bei der Installation sollte das Plug-in für Microsoft Word automatisch mitinstalliert werden. Anschließend muss noch über diese Seite ein Plug-in für den Browser (Safari, Firefox, Chrome etc.) installiert werden.
Um Literaturbestände zwischen mehreren Geräten zu synchronisieren und gemeinsam mit anderen an Projekten zu arbeiten, sollte außerdem ein Zotero-Account eingerichtet werden. Dieser ermöglicht nicht nur die Datensicherung und Synchronisation, sondern bildet auch die Grundlage für die Nutzung gemeinsamer Gruppenbibliotheken. Gerade in kollaborativen OER-Projekten kann dies die gemeinsame Literaturverwaltung erheblich erleichtern.(petras_installation_2022?)
Für die Arbeit in OpenRewi-Projekten empfiehlt sich die Installation des OpenRewi-Zitierstils. Dieser setzt die Vorgaben des OpenRewi-Zitierguides um und ermöglicht die automatische Erstellung von Fußnoten und Literaturverzeichnissen im gewünschten Format. Der Zitierstil kann als CSL-Datei heruntergeladen und anschließend über die Zotero-Einstellungen importiert werden.
4.2 Die Oberfläche
Nach der Installation lohnt sich ein kurzer Blick auf den Aufbau der Benutzeroberfläche. Zotero folgt einer einfachen Logik: Links werden Bibliotheken und Sammlungen verwaltet, in der Mitte befinden sich die zugehörigen Literaturquellen und rechts können Metadaten, Notizen, Schlagwörter oder Anhänge bearbeitet werden (vgl. Abbildung).
[Abbildung Zotero OpenRewi]
4.3 Von der Quelle zum Zitat
(Dieses Kapitel basiert auf petras_quelle_2022?)
Zotero unterstützt den gesamten Prozess von der Literaturrecherche bis zur fertigen Zitation. Literaturquellen können auf unterschiedlichen Wegen in die eigene Bibliothek übernommen werden. Besonders komfortabel ist die Nutzung des Zotero Connectors, mit dem Quellen direkt aus Bibliothekskatalogen, Datenbanken oder Webseiten importiert werden können. Alternativ können Einträge über Identifikatoren wie DOI oder ISBN hinzugefügt oder bei Bedarf manuell angelegt werden.
Nach dem Import sollten die Metadaten überprüft und gegebenenfalls ergänzt oder korrigiert werden. Fehlerhafte oder unvollständige Angaben können dazu führen, dass Quellen später nicht korrekt zitiert werden.Um zu überprüfen, ob die Daten in Zotero bearbeitet werden müssen, damit der OpenRewi Zitierstil mit ihnen funktioniert, empfiehlt sich die Import-Anleitung.
Zotero unterstützt darüber hinaus die inhaltliche Arbeit mit Literatur. Zu jeder Quelle können Notizen angelegt sowie PDF-Dokumente hinterlegt und annotiert werden. Auf diese Weise lassen sich Exzerpte, Kommentare und eigene Gedanken direkt mit den zugehörigen Quellen verknüpfen und für spätere Schreibphasen dokumentieren.
Die eigentliche Stärke von Zotero zeigt sich beim wissenschaftlichen Schreiben. Über die Integration in Textverarbeitungsprogramme können Literaturverweise direkt aus der Zotero-Bibliothek eingefügt werden. Fußnoten und Literaturverzeichnisse werden dabei automatisch auf Grundlage der hinterlegten Metadaten und des gewählten Zitierstils erstellt. Änderungen an Quellenangaben müssen nicht in jeder einzelnen Fußnote vorgenommen werden, sondern werden zentral in Zotero gepflegt und anschließend automatisch im Dokument aktualisiert.
* Anleitung für Zotero von OpenRewi: /anleitungen/zotero/ * Videoanleitung zum Thema “Hausarbeiten schreiben mit Zotero (Jura)” von fruit e.V. – Freiburg Recht und IT: https://youtu.be/7VTh2lIpwZY?si=d4W3DLLM_tVjeg_g * Videoanleitung für die Nutzung von Zotero von shribe! – master your studies: https://youtu.be/gplVkVbGobw?si=jHa9OBngKixXvdne * Bebilderte Anleitung erster Schritter “Einstieg in die Literaturverwaltung – Zotero in 7 Schritten” von Florian Hagen (TU Hamburg): https://www.tub.tuhh.de/tubtorials/2021/05/18/zotero/
Für die Literaturverwaltung in diesem Leitfaden wird die öffentliche Zotero-Gruppenbibliothek „OER Rechtswissenschaft“ genutzt: https://www.zotero.org/groups/6581623/oer-rechtswissenschaft/library
5. Zitieren und Stilfragen bei OpenRewi
Eine einheitliche Zitier- und Schreibweise erleichtert die Zusammenarbeit in kollaborativen Projekten und trägt zu einer konsistenten Gestaltung der veröffentlichten Materialien bei. Für OpenRewi stehen hierfür sowohl ein Zitierguide als auch ein umfassender Stilguide zur Verfügung.
Während der OpenRewi-Zitierguide die formale Gestaltung von Literaturangaben, Fußnoten und Literaturverzeichnissen regelt, enthält der Stilguide Empfehlungen zur Strukturierung von Beiträgen, zur Verwendung von Überschriften, zur sprachlichen Gestaltung sowie zum Einsatz von Gestaltungselementen und Verlinkungen. Beide Dokumente ergänzen sich und bilden die Grundlage für die Erstellung neuer Inhalte innerhalb von OpenRewi-Projekten.(petras_stilguide_2022?)
Für weiterführende Informationen empfiehlt sich ein Blick in den OpenRewi-Stilguide, der neben Hinweisen zur Zitation auch Empfehlungen zur Strukturierung von Kapiteln, zur Verwendung von Abkürzungen, zur Typographie sowie zur Verknüpfung verschiedener Inhalte innerhalb von OpenRewi enthält.
6. Publikationsunterstützung durch OpenRewi
OpenRewi versteht sich nicht nur als Publikationsplattform, sondern auch als Community, die Autor:innen bei der Erstellung und Veröffentlichung offener Lehr- und Lernmaterialien unterstützt.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Unterstützung ist der regelmäßige Austausch zwischen den Beteiligten. Erfahrungen aus laufenden und abgeschlossenen Projekten, bewährte Vorgehensweisen sowie praktische Lösungsansätze werden innerhalb der Community weitergegeben und können insbesondere für neue Projekte eine wertvolle Orientierung bieten.
Für die Zusammenarbeit stellt OpenRewi verschiedene Werkzeuge zur Verfügung: * Nextcloud – zentrale Plattform für die kollaborative Arbeit; bietet unter anderem Möglichkeiten zur gemeinsamen Dateiverwaltung, Terminplanung und Kommunikation. * WordPress – Projekte, Publikationen und beteiligte Personen können sichtbar gemacht sowie Informationen für die Fachöffentlichkeit bereitgestellt werden. * E-Mail-Postfächer – unterstützen die Kommunikation und Koordination innerhalb größerer Autor:innen- und Redaktionsteams. * Etherpad – für die gemeinsame Erarbeitung von Ideen, Protokollen oder ersten Textentwürfen
7. Grenzen und typische Herausforderungen kollaborativer OER-Projekte bei OpenRewi
Die Erstellung offener Lehrmaterialien bei OpenRewi bietet zahlreiche Möglichkeiten für Zusammenarbeit, Qualitätssicherung und Sichtbarkeit. Gleichzeitig bringen insbesondere große Publikationsprojekte Herausforderungen mit sich:
Zeitbedarf realistisch einschätzen
Kollaborative Publikationsprojekte benötigen häufigt mehr Zeit als ursprünglich angenommen. Abstimmungsprozesse, Reviewphasen, redaktionelle Arbeiten und technische Umsetzungsschritte lassen sich nur begrenzt parallelisieren.
Projektstelen sicherstellen
Mit zunehmender Projektgröße steigt auch der Aufwand. Die Organisation von Arbeitsabläufen, Kommunikation, Fristen und Qualitätskontrolle erfordert personelle Ressourcen. Für umfangreiche Lehrbuchprojekte kann es sinnvoll sein, eine wissenschaftliche Mitarbeiter für die Projektkoordination vorzusehen. Zusätzliche Unterstützung durch studentische Hilfskräfte kann insbesondere bei redaktionellen und organisatorischen Aufgaben entlasten.
Gemeinsame Standards etablieren
werden diese in der Praxis nicht immer konsequent umgesetzt. Dies betrifft beispielsweise die Nutzung gemeinsamer Literaturdatenbanken, Zitierstile, Formatierungsregeln oder inhaltliche Konventionen. Redaktionelle Kontrolle und Nacharbeiten sollten daher von Beginn an eingeplant werden.
Grenzen des Author Reviews
Rückmeldungen durch Mitautor:innen und Kolleg:innen können wesentlich zur Qualitätssicherung beitragen. Sie ersetzen jedoch nicht in jedem Fall ein professionelles Fachlektorat oder Korrektorat.
Publikationskosten berücksichtigen
Auch Open-Access-Publikationen verursachen Kosten. Insbesondere Publikationen bei renomierten Verlagen sind häufig mit höheren Kosten verbunden als zunächst erwartet.
Sichtbarkeit von Anfang mitdenken
Die Veröffentlichung eines Lehrbuchs markiert nicht das Ende eines Projekts. Damit Materialien ihre Zielgruppen erreichen, sollte die Öffentlichkeitsarbeit bereits während der Projektlaufzeit berücksichtigt werden. Eigene Netzwerke der Autor:innen und Herausgebenden, Fachveranstaltungen, Newsletter, soziale Medien oder institutionelle Kommunikationskanäle können dazu beitragen, die Sichtbarkeit und Nutzung der Materialien zu erhöhen.
9.Checkliste: Welches Tool für welchen Arbeitsschritt?
Entscheidungskriterien für Tools
Tool-Matrix: Vorschlag [gerne anpassen]
- Recherche: Zotero – gemeinsame Literatursammlung – Lizenzangaben fehlen oft.
- Schreiben: Etherpad / Nextcloud / GitLab – kollaborativ – Formatierungsgrenzen beachten.
- Diskussion: Loomio / Matrix – niedrigschwellige Abstimmung – Moderation nötig.
- Publikation: Quarto / LiaScript / GitLab – offen und versionierbar – Einarbeitung nötig.
Glossar-Kandidaten[gerne anpassen]
- Zotero
- CSL
- Markdown
- Quarto
- LiaScript
- GitLab
- Versionierung
- Exportformat